Das Debütalbum des jungen deutschen Pianisten und Komponisten. Jan Felix May gehört zu einer Generation, die keine stilistischen Berührungsängste kennt. Neue Verbindungen zu kreieren, statt an alten Abgrenzungen festzuhalten, lautet die Devise. Ein Mix aus klassischen und modernen Einflüssen, die bei Jan Felix May von Jazz über elektronische Musik bis zu Impressionismus und Progressive Rock reichen.

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Jan Felix May: „Red Messiah“
Label: Deltamusic, Release: 5. Oktober 2018

Jan Felix May gehört zu einer Generation, die keine stilistischen Berührungsängste kennt. Neue Verbindungen zu kreieren, statt an alten Abgrenzungen festzuhalten, lautet die Devise. Dabei zeigt May, Ende 1993 geboren, kompositorische und spielerische Präzision, innovativem Gestaltungswillen und Humor. Schon mehrfach wurde er ausgezeichnet, beispielsweise 2016 bei der Internationalen Jazzwoche Burghausen, wo er den Solisten-Wettbewerb gewann und mit seiner Band den zweiten Platz belegte. Zwar zählt Frank Zappa nicht direkt zu Mays Vorbildern, eine gewisse Verwandtschaft in der Geisteshaltung lässt sich aber erahnen. Etwa im gewitzten Mix aus klassischen und modernen Einflüssen, die bei Jan Felix May von Jazz über elektronische Musik bis zu Impressionismus und Progressive Rock reichen. Der junge Pianist und Komponist weiß, wie man ausgeklügelte Musik so attraktiv gestalten kann, dass sie neben hartgesottenen Spezialisten auch viele andere offene Ohren aus unterschiedlichen Generationen erreicht.

„Red Messiah“, Jan Felix Mays Debütalbum, klingt frisch und ungewohnt anders. Randvoll mit interessanten Details, vermittelt es stellenweise eine überraschende, unaufdringliche Leichtigkeit. Dafür sorgen manche eingängigen Melodien und ein moderner Sound. Das durchdachte Gesamtkonzept verblüfft mit innovativen, bisweilen absichtsvoll kontrastierenden Facetten. Zu ihnen gehören wiederkehrende und variierte Motive sowie viele ungerade Metren. Weiterhin ein breakverliebter Song mit der norwegischen Sängerin Torun Eriksen und eine atmosphärische, narrative Ballade, in der kein Geringerer als Christian Brückner den eindringlichen Erzähler gibt. Auf Formen und Strukturen, ob in einzelnen Stücken und als übergreifende Idee, legt May besonderen Wert. Enorm viel Zeit und Herzblut ist in die Kompositionen und Arrangements geflossen, sagt der souveräne Pianist. „Bestimmte Klänge, beispielsweise Klavier und Glockenspiel, Synthesizer und produzierte Drumsounds, sind eng miteinander verknüpft und bestimmen die gesamte Ästhetik. Ich finde es interessant, wenn die Stücke einen Bezug zueinander haben, sei es rhythmisch, harmonisch oder melodisch.“ In diesem Zusammenhang verweist er auf Gustav Mahler, dessen Spiel mit Themen, die an unterschiedlichen Stellen, in verschiedenen Stücken immer wieder an- oder erklingen, ihn stark inspiriert hat.

Ebenso essentiell für May sind ungerade Takte, die von 3/8 bis zu verwirrenden Kombinationen und komplizierten periodischen Systemen wie in „J Rock“ reichen. Dass Jazz zu einem großen Teil auf Rhythmik basiert, ist klar. Jan Felix May dreht die Schraube klug und lustvoll einige Umdrehungen weiter. „Ungerade Metren machen Türen auf, ähnlich wie wenn man auf eine #9 in einem Dur-Akkord stößt. Plötzlich eröffnen sich sehr viele neue Möglichkeiten, beispielsweise für Phrasen, die nur innerhalb bestimmter Rhythmen Sinn ergeben, oder für spezielle Soli.“ Dass einige der schrägen Metren und präzisen Breaks womöglich erst mal im Hintergrund bleiben, ist für May in Ordnung. „Ich empfinde es als Kompliment, wenn man nicht immer genau sagen kann, warum die Musik anders klingt als solche im 4/4-Takt.“

Was für andere Jazzer New York bedeutet, verbindet Jan Felix May mit Paris: „ein wichtiger Ort, der mir viel Energie gibt.“ So reiste die Band in die Metropole an der Seine, um im Studio de Meudon die Basistracks des Albums einzuspielen. Dort steht ein erstklassiger Flügel, an dem bereits Brad Mehldau und Tigran Hamasyan saßen. May sah voraus, dass die gesamte Band in Paris aufleben würde. „Es lag nahe, dass wir hier emotionaler, vielleicht sogar euphorischer spielen würden als in unserem gewohnten Umfeld.“ Für ihn selbst hat die Magie der französischen Hauptstadt auch mit einem seiner wichtigsten Impulsgeber zu tun: Jacques Brel. „Seine Dringlichkeit und die Vehemenz seiner Auftritte faszinieren mich schon lange. Brel hat seinem Publikum kaum Zeit gelassen zu applaudieren, es einfach nicht zur Ruhe kommen lassen, eine fesselnde Dichte an Ereignissen kreiert.“

Dass May vorab viel Zeit in seine Kompositionen gesteckt hat, lassen sehr exakt ausformulierte, umfangreiche Noten erkennen. Trotzdem hat die Band einen entscheidenden Anteil am Gesamtsound. „Wir kennen uns schon Jahre und bewegen uns auf derselben Wellenlänge. Alle haben ein Gespür dafür, welcher Klang mir vorschwebt. Gemeinsam sind wir im Jazz verwurzelt und offen für viele Einflüsse, individuell gehen wir in unterschiedliche musikalische Richtungen“, konstatiert Bandleader May. Mit seinem druckvollen E-Bass, den er nur selten gegen einen Kontrabass tauscht, beflügelt Eduardo Sabella den variablen Puls und die rhythmische Intensität der Stücke. Der eruptive Drummer Julian Camargo wurde als Sohn eines kolumbianischen Vaters mit lateinamerikanischer Musik sozialisiert, was sich in „Internal Conversation is Keeping You from Love“ und im Instrumental-Teil von „May Love“ zeigt. Zudem hat er, wie wohl die meisten seiner Generation, viel Hiphop und Neo-Soul gehört. Auch May, der mit 13 Jahren durch Oscar Peterson zum Jazz kam und drei Jahre später als Leader und Songschreiber einer Funkband auftrat, schätzt Club- und andere elektronische Sounds. Ebenso wie Eric Satie (siehe „The Day I Die“) und Maurice Ravel, letzteren wegen seines „unglaublichen Detailreichtums“. Darüber hinaus findet er mit dem flexiblen, häufig rockigen Gitarristen Lukas Roos zu Passagen, die Erinnerungen an Pat Metheny & Lyle Mays‘ weitläufige Klangwelten wecken.

Dem Studio-Aufenthalt in Frankreich folgten rund 11 Monate, in denen May akribisch  Details der Aufnahmen weiter entwickelte. Er fügte Overdubs mit Flächen, rhythmischen Sounds und Synthesizern hinzu, dabei arbeitete er oft mit Julian Camargo, der letztlich als Co-Produzent wirkte. Das Ergebnis, 12 ungewöhnliche Stücke von insgesamt rund 60 Minuten, lässt Genre- und andere Grenzen hinter sich.

„Es ist eine Art moderner Rock mit Electro-Ästhetik, gespielt von Musikern, die alle vom Jazz kommen“, formuliert Jan Felix May seine Definition der Musik auf „Red Messiah“. Passagen, in denen akustische Instrumente wie Flügel oder Kerstin Haberechts Saxophone die Ideale des zeitgenössischen Jazz hochhalten, kontrastieren mit druckvollen, elektronisch aufgeladenen, manchmal fast harschen Momenten. Das dynamische Wechselspiel aus Transparenz und Verdichtung erzeugt Energieschübe ganz eigener Art. Bei aller Raffinesse ist es May wichtig, sein Publikum nicht nur zu überraschen, sondern auch zu berühren und auf kurzweilige Art klug zu unterhalten. Daher hat der selbstbewusste Musiker keine Angst vor Melodien, die im Kopf bleiben. Mit seinem vielschichtigen Debüt  positioniert sich Jan Felix May als bemerkenswert gewandter Komponist, Bandleader und Pianist in der aktuellen Szene.

Jan Felix May: compositions, grand piano, synthesizers, vocals
Lukas Roos: guitar
Eduardo Sabella: electric bass, acoustic bass
Julian Camargo: drums, drumpad, additional guitar, vocals
Kerstin Haberecht: soprano & alto saxophone

Special guests:
Torun Eriksen: vocals; Christian Brückner: voice

 

 

SHOWS

Upcoming shows

Datum Stadt Location Land
Tour: Red Messiah Album Release Tour 2018/19
12/04/19 Karlsruhe, Baden-Württemberg Tempel Germany
Zeit: 8:00pm. Adresse: Hardtstraße 37A, 76185 Karlsruhe. Buy Tickets
02/05/19 München, Bayern Milla Club Germany
Zeit: 8:00pm. Adresse: Holzstraße 28. Doppelkonzert mit LBT LBT: 20-21h JFM Band: 21:15-22:15 Buy Tickets
09/05/19 Lüneburg, Niedersachsen Salon Hansen Germany
Zeit: 8:00pm. Adresse: Salzstraße 1. Buy Tickets
11/05/19 Frankfurt am Main, Hessen Jazz Montez Germany
Zeit: 8:00pm. Adresse: Honsellstraße 7. Buy Tickets
12/05/19 Rüsselsheim am Main, Hessen Das Rind Germany
Zeit: 8:00pm. Adresse: Mainstraße 11. Buy Tickets
27/10/19 Luxembourg, Luxembourg Neimenster Luxembourg
Zeit: 8:00pm. Adresse: 28, rue Münster. Buy Tickets

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Past shows
Datum Stadt Location Land
Tour: Red Messiah Album Release Tour 2018/19
20/10/18 Mainz, Rheinland-Pfalz Kulturclub schon schön Germany
Zeit: 8:00pm. Adresse: Große Bleiche 60-62.
13/10/18 Kiel, Schleswig-Holstein KulturForum Germany
Zeit: 8:00pm. Adresse: Andreas-Gayk-Straße 31.
12/10/18 Berlin, Berlin Jazz in den Ministergärten Germany
Zeit: 9:00pm. Adresse: In den Ministergärten 6.
09/10/18 Leipzig, Sachsen Horns Erben Germany
Zeit: 8:00pm. Adresse: Arndtstraße 33.
Tour: China Tour 2018
20/09/18 Beijing, Tongzhou District Beijing Contemporary Music Academy China
Zeit: 2:00pm. Adresse: No.68, South of Yunjing Avenue.
19/09/18 Beijing, Dongcheng District Dusk Dawn Club China
Zeit: 9:00pm. Adresse: Shanlao Hutong NO. 14.
18/09/18 Xi’An, Shaanxi Meeting Jazz Club China
Zeit: 8:00pm. Adresse: 朱雀门里顺城西巷里20米2F.
15/09/18 Harbin Grand Theater Opera House China
Zeit: 8:00pm. Adresse: Culture Center Island, Songbei District.

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ABOUT

Jan Felix May (*1993 in Mainz) beschreibt seine eigene Musik als „Jazz / Electro / Rock“, empfiehlt aber jedem sicherheitshalber, zu einem Konzert zu kommen, um das Ganze live zu erleben. Der junge Pianist und Komponist kam in seiner Schulzeit als Jungstudent an die Hochschule für Musik in Mainz und fing direkt danach das Bachelorstudium an. Jetzt, nach dem Ende des Studiums, produziert er sein zweites Album und arbeitet als freier Musiker.

Weitere Details

Wenn das Publikum nach einem eineinhalbstündigen Konzert das Gefühl hat, es habe nur fünf Minuten gedauert, wenn der Zuschauerraum eingetaucht ist in eine ganz eigene Welt, in der alles Äußere, ähnlich wie im Kino, ausgeblendet wird und man in den Bann der Geschichten gezogen wird, die auf der Bühne erzählt werden, dann hat der Künstler alles richtig gemacht. Die Musik von Jan Felix May steckt voller kleiner und großer Überraschungen; man weiß nie, was als nächstes passiert und ahnt schon, dass es gleich wieder eine Wendung geben wird, um das Lied in eine ganz andere Richtung zu lenken.

Es ist fast unmöglich, ein Genre festzulegen, doch die Ursprünge liegen ohne Zweifel im Jazz. Damals noch als Schüler, studierte Jan Felix May als Jungstudent an der Hochschule für Musik in Mainz und fing direkt danach das Bachelorstudium an. Seit er mit drei Jahren das Klavier seines Vaters entdeckt hat, folgt der jetzt 24-jährige Pianist und Komponist seiner Leidenschaft. Er selbst nennt seine Musik “Jazz / Electro / Rock“, empfiehlt aber jedem sicherheitshalber, zu einem Konzert zu kommen, um das Ganze live zu erleben und sich ein eigenes Bild zu machen. Man hört selten einen Viervierteltakt – die Kompositionen sind alle stark von ungeraden Taktarten geprägt, die im Laufe des Programms immer extremer und komplizierter werden. Bei dieser Komplexität Musik zu schreiben, an die sich die Menschen nach dem Konzert erinnern und Melodien mitsummen können, ist kein einfaches Unterfangen, jedoch eins der größten musikalischen Ziele des Pianisten.

Seine Musik führte ihn zu Festivals wie dem Palatia Jazz Festival und Jazzclubs wie den Jazzkeller Frankfurt. 2016 wurde ihm beim 8. Europäischen Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis im Rahmen der Internationalen Jazzwoche Burghausen der Solistenpreis verliehen. Nach Aufnahmen im November letzten Jahres im Studio de Meudon in Paris ist  am 5. Oktober 2018 das erste Album des Künstlers bei Deltamusic erschienen, auf dem u.a. die norwegische Sängerin Torun Eriksen und der Synchronsprecher Christian Brückner (deutsche Stimme von Robert De Niro) zu hören sind. Die Wahl der Gaststars zeigt, was dem jungen Musiker wichtig ist: Vielseitigkeit und Innovation. Eine eigene Sprache und Klangwelt zu kreieren, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat, ist für ihn einer der Gründe dafür, auf die Bühne zu gehen und Musik zu machen.

Pressestimmen

“Jan Felix May ist der Shooting-Star der deutschen Jazz-Szene.”
– Peter Nederstigt, Mercedes Benz

Zum Artikel geht’s hier.

“Zu den großen Talenten im deutschen Jazz gehört der Pianist Jan Felix May. (…) Wenn May in die Tasten des Flügels greift, füllt sich der Raum mit dynamischen Geschichten, die nur in Musik erzählt werden können. (…)

Mit einem furiosen Avantgarde-Stilmix und astreinem, hochkomplexem Swing verabschiedet sich das deutsche Supertalent May, bei dem eines sicher ist: Es wird noch von ihm zu hören sein.”
– Bernd Haasis, Stuttgarter Zeitung 27.05.2018

“Als Bandleader hat May klare Vorstellungen vom Klang seiner Gruppe und der Stücke.”
– Norbert Krampf, Frankfurter Allgemeine 13.10.2017

„Eine positive Überraschung waren Jan Felix May & Band. Der Bandleader präsentierte sich als junger Komponist, der die Vielfalt der musikalischen Welt in sich aufgenommen hat und aus ihr Neues mit Tiefe und wunderbaren Klangbildern kreiert.“
– Kurt Rade, Jazzthetik

„Der melodische Gestaltungswille von May sorgt für zahlreiche Momente an Schönheit in der Musik, die sich tief ins Gedächtnis einprägen.“
– Thomas Hein, B-JAZZ

„Das ist Jazz!“
-Roland Spiegel bei der Preisverleihung des Jazzpreises in Burghausen am 10.03.2016

“Früher hätte man gesagt: Der 1993 in Mainz geborene Pianist Jan Felix May ist ein Wunderkind. (…) Mit sanften Solo-Intros schleicht sich der Pianist, der zuweilen auch das Keyboard gleichzeitig bedient, in die Gefühligkeit der Zuhörer ein, um die Romantik dann auf einen Paukenschlag zu beenden und den Drummer und Bassisten von der Kette zu lassen. In dieses fesselnde Gewitter mischt sich dann der Gitarrist ein, der mit seinen irrwitzigen Sololäufen in Sache Tempo nur von einem überholt wird:

dem Hochgeschwindigkeitspianisten Jan Felix May. Die Band gerät in keiner Sekunde bei diesem Klangorkan aus den Fugen, die Präzision der Musiker ist unglaublich.”
– Augsburger Allgemeine 12.10.2017

„(…) wurde der zweite Preis über 3000 Euro an Jan Felix May aus Mainz und seine Band vergeben. May bekam für sein exzellentes Klavierspiel zudem den mit 1000 Euro dotierten Solistenpreis. (…) Denn sowohl Köster (…) als auch Jan Felix May haben neue Markierungen in der Jazzentwicklung gesetzt. (…) stachen bei May solistische Leistungen heraus, allen voran er selbst. Hier saß ein Ausnahmetalent am Steinway- Flügel.“
– Burghauser Anzeiger 10.03.2016

„Hinreißend ist das Duo mit dem Pianisten Jan Felix May.“
– Klaus Mümpfer, Rhein Main Presse 10.12.2015

„Ein außergewöhnliches Talent.“
– Burghauser Anzeiger 10.03.2016

„Der Pianist Jan Felix May ist ein Meister unverbindlicher Melodien, die er mit dem mächtigen Rhythmus seiner linken Hand konfrontiert. Wie er […] mit den typisch angedeuteten Linien spielt, das ist Weltklasse, und das mit Anfang zwanzig.“
– Odenwälder Zeitung 05.05.2015